FIBO 2014 – die Messe für Fitness, Gesundheit, Wellness und Schönheit

Alle Jahre wieder findet die berühmte Fitnessmesse FIBO in Köln statt – dieses Jahr vom 3. bis 6. April. Ich habe sie zum ersten Mal besucht. Erfahren Sie meine Eindrücke, wie uns die Fitnessbranche raffiniert auf Trab bringt und verschönert.

Die Fibo ist die weltweit führende Fitnessmesse

Fibo

Die Fitnessmesse FIBO

Mein Trainer Yavuz lag mir schon seit Jahren in den Ohren, endlich mal die FIBO, die Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit zu besuchen. Dieses Jahr hatte auch ich endlich Zeit dafür. Ich kam am letzten Messetag und es war gar nicht mehr so voll wie vorher.

Unter den Fitnessmessen ist die FIBO inzwischen weltweit führend und zieht die Besucher magisch an. So tummeln sich auf der Messe etwa 700 Aussteller und rund 97.000 Besucher. Neben den Fitnessfreaks kommen auch scharenweise Vertreter von Fitnessstudios, Hotels, Wellnessanlagen, Ärzte, Physiotherapeuten und Trainer, um die neuesten Trends und Innovationen zu erfahren. Sport-Promis wie Franziska van Almsick präsentieren ihre eigenen Trainingsprogramme.

Zudem konnte man einige Trainingsgeräte selber ausprobieren und sie teilweise zum reduzierten Messepreis erwerben. Shows zum Indoorwalking, Spinning oder den TRX-Seilen rundeten das Messeangebot ab.

Fibo 2014: Fitness-Wandel vom Bodybuilding zu Gesundheit und Wellness

„FIBO“ heißt zwar Fitness und Bodybuilding. Doch ist die Fitnessbranche im Wandel. Gesundheit und Wellness stehen im Vordergrund: So richtet sie sich nicht nur an Fitnessfreaks, sondern will die restlichen deutschen Sportmuffel zum Sport animieren.

Der Wandel vom reinen Bodybuilding zur Gesundheit ist mir auf der Ausstellung sofort aufgefallen. Die Bodybuilder besetzen nur noch eine von sieben Hallen – die FIBO-Power-Halle. Die anderen Hallen decken die Bereiche Gesundheit, Schönheit & Wellness, Sportnahrung und Trainingsgeräte ab. Also genau passend für die 8,5 Millionen Deutschen, die nicht mehr nur für einen flachen Bauch im Fitnessstudio sporteln, sondern auch Krankheiten verhindern und den Alterungsprozess verlangsamen wollen.

Da ich von Sporternährung- und Abnehmpillen nichts halte, habe ich deren Hallen nicht besucht. Ich hielt mich vorwiegend in den Hallen mit den Trainingsgeräten und für Gesundheit & Wellness auf.

Fibo 2014: Funktionelles Training, Gruppen-Fitness und Rehabilitation

Es ist unglaublich, was es alles im Fitnessbereich so gibt. Ich bin überwältigt von den immer raffinierteren und ausgefeilteren Methoden und Geräten, die uns wieder in Form bringen und verschönern. Daran zeigt sich, dass der Fitnessmarkt wirklich boomt. Allein in Deutschland erzielte diese Branche von 2011 bis 2013 jährlich einen Umsatz im Bereich von 4-4,55 Mrd. €. Was ich nicht wusste: Die Deutschen geben europaweit neben den Briten am meisten Geld für Fitness aus.

Auf der FIBO ging es im wesentlichen um funktionelles Training, Gruppen-Fitness, Rehabilitation und die dazu passenden Trainingsgeräte, die man teilweise auch ausprobieren konnte. Das Trainings-Equipment kommt zum Teil aus der Physiotherapie und wird mehr und mehr vorbeugend in den Fitnessstudios eingesetzt. Oder es ist eine Weiterentwicklung bereits bestehender Trainingsgeräte. Zum Beispiel gibt es jetzt Crosstrainer, mit denen man auch elliptische Bewegungen ausführen kann.

Etliche Geräte eignen sich auch für das Training zuhause. So habe ich den XcoTrainer von Flexi-Sports getestet und auch gekauft. Er besteht aus zwei super leichten Aluminium-Kurzhanteln, die mit einem Granulat gefüllt sind. Durch dynamisches Hin- und Herbewegen der Hanteln wird es explosionsartig von einer Seite zur anderen geschleudert. So zählt beim Training  nicht das Eigengewicht des Geräts, sondern die Wucht, mit der bewegt wird. In meinen Augen ein spannendes Trainingsgerät für zuhause und ideal für Reisen. Es lässt sich zudem beim Walken und Joggen einsetzen.

Im Freestylebereich konnte man mit einer Kombination aus Trapez, TRX- und Bungeeseilen vom Boden nach oben und wieder nach unten schwingen oder zur Seite hinausschießen. Wer wollte, konnte auch an einem gemeinsamen Workout teilnehmen.

Ich probierte auch das Sensoboard aus. Dieses Gerät ist eine Weiterentwicklung vom Wackelbrett, das die Sensormotorik und das Halten des Gleichgewichts trainiert. Im Gegensatz zum Wackelbrett oder Busoball gibt es nie einen Ruhepunkt, so dass man pausenlos in Aktion sein muss. Interessant und anstrengend.

Schließlich testete ich auch das Sypoba-Trainingssystem. Es trainiert die Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Geschicklichkeit. Ich stellte mich auf eine Holzplatte, die auf einem Metallrohr lag und sich mit dem Rohr hin und her bewegen konnte. Auch dieses Gerät ist eine Weiterentwicklung vom Busoball und Wackelbrett. Es ist ebenfalls interessant und anstrengend, aber auch vielseitiger einsetzbar als das Sensoboard. Man muss aber unglaublich aufpassen, dass man nicht sofort vom Brett fällt.

Gesundheitsgeräte für Haltung, passives Gefäßtraining und Aktivitätsüberwachung

Viele Geräte werden im Gesundheitsbereich eingesetzt. So warnt ein Rückensensor den Träger vor einer falschen Haltung am Schreibtisch. Darüber hinaus konnte man Überwachungsgeräte wie zum Beispiel Schrittzähler u.ä. erwerben. So kaufte ich mir zum Messepreis von 85 € den sog. Loop, ein Armband von der Firma Polar, mit dem ich meine Tagesaktivität messen und die Daten auf mein iPhone übertragen lassen kann.

Mit einer Technik aus dem Weltraum lassen sich passiv die Gefäße trainieren. Im Vacufit Body Performer, einer Röhre, in die der Mensch mit den Füßen voraus bis etwa zur Hüfte hineingeschoben wird, wird ein Unterdruck erzeugt, der die Durchblutung und den Lymphfluss wieder massiv ankurbelt. So straffen Cellulitis geplagte Frauen ihr schlaffes Bindegewebe wieder. Diabetiker können so zum Beispiel dem diabetischen Fuß vorbeugen. Schließlich lassen sich mit diesem Gerät auch Besenreiser beseitigen und das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall minimieren.

Fazit: Mein Besuch der FIBO hat sich wirklich gelohnt und es hat auch Spaß gemacht, bei verschiedenen Shows dabei zu sein. Schauen auch Sie nächstes Jahr bei der FIBO vorbei. Sie findet meistens im April statt. Hier können Sie sich die Karten besorgen.

 
[hcshort id=”5″]

Was ist funktionelles Training?

Was ist funktionelles Training? Das fragen sich wohl viele. Es geistert durch alle Fitnessstudios und Gazetten. Ich habe mal meinen Personal Trainer Yavuz gefragt, was eigentlich dahinter steckt. Hier die Antwort:

Funktionelles Training für die Beweglichkeit der Menschen im Alltag

Das funktionelle Training (functional training) gibt es schon länger. Es umfasst zweckmäßige  und komplexe Übungen, die den Körper wieder befähigen, seine im Alltag benötigten Bewegungen problemlos zu machen und ihm diese Fähigkeit auch weiterhin erhalten.  Bei diesem Training geht es nicht nur darum, den gesamten Bewegungsapparat zu stabilisieren, sondern ihn auch insbesondere beweglich zu halten.

Zusätzlich fördern die funktionellen Übungen auch die Koordination, Schnellkraft und Geschicklichkeit – Eigenschaften, die quer durch alle Sportarten gebraucht werden. Es eignet sich nicht nur für Leistungssportler, sondern auch für Ottonormalverbraucher und für die Therapie orthopädischer Verletzungen.  Insbesondere können ältere Semester mit dem functional training ihre eingerostete Koordinationsfähigkeit trainieren, um Stürze zu vermeiden.

Das Training basiert auf einer neuen Definition der Muskelfunktionen.  Bisher  hatte man nur erforscht, auf welche Weise der Muskel das Gelenk bewegt.  Was mit dem Muskel während des Bewegungsablaufs geschieht, interessierte bisher nicht. Nun betrachtet man die Muskelfunktionen als kinetische Kettenreaktion, dem Zusammenspiel aller an einer Bewegung beteiligten Muskeln und Gelenke.

Hintergrund:  Nicht die einzelnen Muskeln ermöglichen dem Körper die Bewegung,  sondern die Zusammenarbeit aller Muskeln. Der Physiotherapeut Gary Gray hat diese Sichtweise in den 1990er-Jahren in seinen Kursen über Bewegungsketten  eingeführt.

Mit Functional Training werden schon seit langem die Leistungssportler ausgebildet, damit sie fit genug zum Gewinnen sind. Mit den funktionellen Übungen trainieren sie sehr  effizient und auf ihre Ziele ausgerichtet.

Funktionelles Zirkeltraining: Das moderne Sensomotoriktraining für alle

Das traditionelle  Krafttraining beschränkt sich meistens nur  auf ein Gelenk oder einen Muskel

Im Gegensatz zum funktionellen Training, das gleichzeitig mehrere Muskelgruppen und Gelenke beansprucht, beschränkt sich das traditionelle Krafttraining an Geräten nur auf ein Gelenk und eine Muskelpartie. Dabei übernimmt das Gerät die Stabilisierung für den Sportler, da er das Gewicht nur auf einer durch das Gerät vorgegebenen Richtung bewegt. Für die Fans des herkömmlichen Krafttrainings ist das ein Sicherheitsfaktor, der sicherlich bei den Anfängern eine Rolle spielt, die zunächst an Geräten trainieren.

Jedoch passiert dabei, dass sie nur einseitig trainieren– beispielsweise nur die Oberarm-, Schulter- und Brustmuskulatur. Der Mensch muss sich aber in nahezu allen Sportarten und im Alltag stabil bewegen können. Zudem baut der Hobbysportler durch das einseitige Training ein Ungleichgewicht im Bewegungsapparat auf, das sich oft in Rückenschmerzen äußert. Insofern müssen Anfänger nach eine gewissen Weile langsam zum Training mit dem eigenen Gewicht, Hanteln, Kettlebells & Co. übergehen.

Dank  des Funktionellen Trainings kann ich wieder aufstehen, ohne mich auf dem Stuhl oder Bett abzustützen

Bei dieser Trainingsart entscheidet die Konstitution des Einzelnen, welche Übungen für ihn geeignet sind. Ein Bürohengst braucht zum Beispiel andere Übungen als jemand, der auf dem Bau arbeitet. So gibt es generell keine falschen oder richtigen Übungen und Trainingsreihenfolgen. Das Training lässt sich auch als funktionelles Zirkeltraining ausgestalten.

Das Functional Training besteht meistens aus Übungen, die mit beiden Füßen auf dem Boden ohne Unterstützung von Kraftgeräten ausgeführt werden – zum Beispiel Kniebeugen, Ausfallschritte, Zieh- und Stoßbewegungen für den Oberkörper an TRX-Seilen oder Liegestützen mit einem Busoball. Zudem kommen Gymnastikbälle, Busobälle, Kettlebells und speziall geformte Hanteln zum Einsatz. Das eigene Körpergewicht dient als Widerstand.

Training mit den TRX-Bändern,

Training mit den TRX-Bändern, Schlingentraining

So gerät der Übende gewollt in eine instabile Lage, in der er mit gezielten Bewegungen wieder an Stabilität gewinnen muss. Damit lernt der Hobbyportler, sein eigenes Körpergewicht zu halten, es in verschiedenen Stellungen zu stabilisieren und auszubalancieren.

Fortgeschrittene Sportler führen die Übungen auf nur einem Bein aus. So wird der Untergrund immer wackeliger, die Erhaltung der Stabilität und Balance wird immer schwieriger.

Seit nahezu zwei Jahren trainiere ich mit Yavuz. Mein vorheriger Trainer Nizar legte bei mir mehr Wert auf Intervall- und knackiges Krafttraining. Entsprechend gut sah es mit meinen großen Muskeln aus – aber weniger gut mit den kleinen und den Muskeln unter den großen.

Yavuz dagegen fiel auf, dass ich nicht aufstehen konnte, ohne mich dabei mit meinen Händen abzustützen und meine Kniemuskulatur um das Kniegelenk herum noch schwach war. So trainierte er mit mir u.a. zum Beispiel Ausfallschritte mit Hanteln und an Stufen oder auf einem wackeligen Busoball und baute so bei mir heimlich das funktionelle Training ein. Schon nach etwa drei Monaten konnte ich ohne Abstützen aufstehen. Seit etwa einem Jahr kann ich vom Boden aufstehen, ohne mich mit den Händen abzustützen.

Genießen Sie Ihre Traumfigur so wie ich meine!!

Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, würde ich mich über ein “Gefällt mir” sehr freuen!

3D Pfeile rot (5)Lesen Sie, wie Sie mit Kettlebells in Lichtgeschwindigkeit Ihre Muskeln und zugleich Ihre Ausdauer trainieren

Wie Anfänger das Hanteltraining richtig beginnen

 

Buchtipp: Funktionelles Zirkeltraining: Das moderne Sensomotoriktraining für alle
[hcshort id=”5″]